Kann Tango tanzen die Ehe retten?

Diesen Artikel haben wir im Magazin "P.M." gefunden. Wir bestätigen aus eigener Erfahrung: Tango ist DER Beziehungstanz. Deshalb ist dieser Artikel so interessant, dass wir ihn zu 100% an dieser Stelle wiedergeben.
Den Originaltext findet ihr unter dem Link:
http://www.pm-magazin.de/r/gute-frage/kann-tango-tanzen-die-ehe-retten


"Kann Tango tanzen die Ehe retten?

Hat die Frau ihren Mann endlich überredet, einen Tanzkurs zu belegen, tritt er ihr so oft auf die Füße, dass die Beziehung ernsthaft in Gefahr gerät. So ist das.

Doch es gibt fundierte Hinweise darauf, dass dies beim Tango ganz anders aussieht! Eine neue Studie der Goethe-Universität in Frankfurt a. M. belegt, dass beim Tango in den Blutbahnen der Tanzenden die Konzentrationen des Stresshormons Cortisol ab- und stattdessen die des Sexualhormons Testosteron zunehmen. Dabei erwiesen sich als Auslöser für den Cortisolrückgang vor allem die Musik und als Auslöser für die Testosteronausschüttung die intensiven Berührungen der Tanzpartner.

Ähnliches hat die Wiener Paartherapeutin Renate Falkner festgestellt. Sie arbeitet seit drei Jahren mit dem Tango Argentino und hat damit – wie andere Therapeuten auch – gute Erfahrungen gemacht. Allerdings reichen die hormonellen Veränderungen allein nicht, um eine Beziehung zu verbessern, findet sie: „Das Besondere am Tango Argentino ist, dass er im Gegensatz zum üblichen Tanzschul-Tango, Walzer oder anderen Standardtänzen eben nicht standardisiert ist. Der eine Partner führt zwar, und der andere lässt sich führen. Aber es handelt sich um improvisierte Impulse, die – wenn man sich ihnen hingibt – zu einem harmonischen Tanz führen.“

Die förmlich-steifen Umarmungen anderer Standardtänze werden beim Tango Argentino zur zärtlichen Berührung. Feste Schrittfolgen gibt es nicht. Mit der Zeit lernen die Partner, dass ihr spielerischer Umgang – und nicht tänzerische Perfektion – zum gemeinsamen Genuss führt. „Zumal bei der Therapie auch mal die Rollen getauscht werden, sodass sich jeder in den anderen einfühlen kann“, sagt Falkner.

Gerade beim von Erotik geprägten Tango entwickeln Paare, deren Beziehung ein wenig eingerostet ist, wieder Lust und Vertrauen – etwa wenn sich der eine Partner in den Armen des anderen fast zu Boden fallen und auffangen lässt. „Die beiden entdecken sich selbst und einander wieder neu. Statt sich in endlosen Gesprächen die Wünsche des Partners anzuhören, erleben sie etwas, das verschüttet war: das Glücksgefühl, einander ohne Worte zu verstehen.“ (zitiert aus dem Magazin P.M., Online-Ausgabe)